Oblatin des Benediktinerordens

Die Kaiserin und die Abtei Solesmes: eine lange, gemeinsame Geschichte
Die gemeinsame Geschichte von Solesmes und Kaiserin Zita ist im Archiv des weiblichen Klosterzweiges St. Caecilia gut dokumentiert. Sie begann als Zita erst 7 Jahre alt war, nach einem ersten Aufenthalt im April-Mai 1899 und dauerte bis zum Lebensende der Dienerin Gottes: Ein letztes Telefonat fand nämlich am 26. Februar 1989, zwei Wochen vor ihrem Tod, statt. Persönlich anwesend war Zita in Solesmes ein letztes Mal im April und Mai 1985, sie war damals 93 Jahre alt.
Die Abtei Solesmes ist für die Kaiserin wie eine zweite Familie gewesen. Die Familienverbindungen zum Kloster sind tief und zahlreich. Zitas Großmutter Adelheid, Königin von Portugal, hatte sich 1896 in Solesmes zurückgezogen. Auch drei Schwestern der Kaiserin traten ins Kloster ein und wurden dort Priorinnen: Maria Adelheid (Mutter Priorin Maria Benedicta 1885-1908-1959), Franziska (M. Scholastika 1890-1913-1978) und Maria Antonia (M. Maria Antonia 1895-1919-1977). Auch Zitas Cousine mütterlicherseits, Prinzessin Agnes von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, wurde in diesem Kloster eingekleidet.
Zita wurde am 24. Mai 1926 in Anwesenheit von Abt Dom German Cozien Oblatin in St. Caecilia, allerdings wurde sie formal der Abtei St. Peter (männlicher Zweig) angeschlossen. Zahlreiche Familienmitglieder wurden ebenfalls Oblaten: Zitas Mutter, Herzogin Maria Antonia von Parma, Zitas Schwester Isabella, sowie Zitas Bruder, Herzog Xavier von Bourbon-Parma (1899-1977), der im Klosterfriedhof begraben ist. Sogar Zitas Hofdame, Gräfin von Kerssenbrock wurde Oblatin in St. Peter. Auch Zitas Kinder haben die Tradition gepflegt, so Erzherzogin Adelheid 1931. Erzherzog Rudolf und Erzherzogin Carlotta wurden ihrerseits Oblaten des Benediktinerklosters Regina Laudis* im US-Staat Connecticut.
(* amerikanische Tochtergründung von Solesmes)
Zita weilte von Februar bis Juli 1909 bei den Benediktinerinnen von Ryde auf der britischen Insel Wight. Dort befanden sich die Nonnen von St. Caecilia im Exil, nachdem die antikatholischen Gesetze in Frankreich in Kraft getreten waren. Immer wieder kam Zita nach Solesmes, auch als sie im amerikanischen Exil lebte und acht Kinder erziehen musste. Die längeren Aufenthalte (mehrere Wochen bis mehrere Monate) fanden vor allem zwischen 1955 und 1983 statt, meist im Sommer und bei wichtigen Klosteranläßen. In dieser Zeit heirateten die Kinder und besserte sich die Lage in Österreich, so dass Zita mehr Zeit für das geistliche Leben fand. Insgesamt verbrachte sie in Solesmes mehr als 1400 Tage ihres Lebens, fast vier volle Jahre!
Andere Verbindungen zur benediktinischen Familie
Zita hat stets große Achtung vor dem Orden des hl. Benedikt an den Tag gelegt, besonders für die Kongregation von Solesmes. Zur Erziehung des Thronfolgers Otto hatten fünf Patres aus der großen ungarischen Abtei Pannonhalma sowie ein 14monatiger Aufenthalt im luxemburgischen Kloster Clervaux (1927-1928), in der Nähe seines Onkels Großherzog Felix, beigetragen. Zitas Sohn Carl-Ludwig machte sein Abitur 1937 im Wiener Schottengymnasium, der berühmten Schule der Benediktinerabtei zu den Schotten in der alten Hauptstadt der Monarchie. Hier, im Schottengymnasium, war auch der Selige Kaiser Karl Schüler gewesen. Zu den weiteren benediktinischen Etappen im Leben der Kaiserin zählen auch die Klöster Tihany (am ungarischen Plattensee) und Mariazell.