Heiligen- und Engelverehrung

       Die heiligen Engel

       Die Kaiserin vertraute sich und ihre Kinder und Verwandten bei jeder Gelegenheit den hll. Schutzengeln und Erzengeln an, besonders auf Reisen. Sie betete dann: „Sancte Gabriel cum Maria, Sancte Raphael cum Tobia, Sancte Michael cum omni caelesti hierarchia, adistis nobis in viam“. Unter ihren Taufnamen zählte Zita Immerhin nicht weniger als drei Engelnamen: Zita, Maria Grazia, Aldegunde, Michaela, Raphaela, Gabriela, Josephine, Antonia, Louise, Agnes.

       Die hl. Zita von Lucca (1218-1278)

            

 

       Die Namenspatronin der Kaiserin ist am 27. April 1278 bei Lucca, ca. 30 km von ihrem Geburtsort, der Villa della Pianore, gestorben. Die hl. Zita war mit 12 Jahren in den Dienst einer sehr strengen Familie eingetreten. Sie fastete um das Wenige, das sie zu essen hatte, mit den Armen zu teilen und sie ertrug allerlei Demütigungen und Verleumdungen mit großer Geduld.

       Im Hochadel war der Name Zita ungewöhnlich, ist doch Zita von Lucca die Schutzheilige der Dienstboten. Andererseits zeigt diese Namenswahl auch wie hoch der Adel die Begriffe von Dienst und Dienstbereitschaft schätzt – im Falle des Hauses Bourbon-Parma die Regierungsdienste und den Dienst in der Form der evangelischen Räte. Mit 8 Jahren wurde die Prinzessin zum Grab der hl. Zita geführt und jedes Jahr pflegte sie am Fest der Heiligen die Tradition, selbst zu kochen und zu bedienen. Das tat sie auch in ihrer Zeit als Internatsschülerin in Bayern. Dabei folgte sie dem Wahlspruch ihrer Namenspatronin: „Die Hände bei der Arbeit, das Herz bei Gott“. Ein Foto vom Grab der hl. Zita hing noch in älteren Jahren im Zimmer der Kaiserin in Zizers.

       Die hl. Birgitta von Schweden (1303-1373)

       Die Dienerin Gottes hatte eine Vorliebe für die Gebete der hl. Birgitta von Schweden. In einer Vision erhielt Birgitta das Versprechen, dass diejenigen 15 Tage vor dem Tod das Zeichen des siegreichen Kreuzes als Zeichen der Vergebung sehen würden, die die 5480 Schäge, die der Herr am Kreuzweg bekam, ein Jahr lang täglich mit 15 Vater Unser und 15 Ave Maria verehren würden. Und tatsächlich bekam die Kaiserin am 26. Februar, genau 16 Tage vor ihrem Tod, den Besuch von Vertretern der geistlichen Gemeinschaft „Das Werk“, die ihr ein kleines Kreuz aus Olivenholz schenkten. Zita, die auf dem Sterbebett lag, wurde dabei von einer unbeschreiblichen Freude erfüllt, die die Anwesenden stark beeindruckte. „Der Herr hat mich besucht in meiner Einsamkeit und meinem Leiden! Was für ein Trost, welche Freude, welche Quelle der Kraft!“.

       Andere Heilige

       Zita verehrte den hl. Bruder Klaus (Nikolaus von Flüe 1417-1487), einen der Schutzpatrone der Schweiz, sehr, auch weil er ein eifriger Apostel des Friedens zwischen den Völkern und Vater einer kinderreichen Familie war. Zita pflegte das Gebet von Bruder Klaus.
Schießlich wandte sich Zita auch oft der Fürsprache des hl. Stephan, des ersten Königs von Ungarn, dessen Krone 1916 auf den Kopf ihres Gatten, des Seligen Kaiser Karl, bei der Krönung in Budapest aufgelegt wurde.