Eucharistische Frömmigkeit

       Ihre Liebe zu Christus brachte die Dienerin Gottes Zita auf sehr einfacher Weise zum Ausdruck – durch eine Kniebeuge vor dem Holzkruzifix am Eingang des Klostergebäudes, das sie in Zizers bewohnte, oder durch ein Kreuzzeichen vor jeder Kirche, an der sie vorbeifuhr, vor jeder Kapelle, auch wenn sie geschlossen war und solange dies ihr Alter gestattete. Als ihre physischen Kräfte zu stark nachließen, beugte sie sich einfach und hielt inne – ohne sich darum zu kümmern, ob jemand sie dabei beobachtete.

       Zeugen erzählen, dass sie sich bis je eine halbe Stunde Gebetszeit nahm, um sich vor jeder hl. Messe auf die Eucharistie vorzubereiten und nachher Dank zu sagen. Die Mantilla, die sie manchmal trug, diente ihr dabei als innere Gebetszelle. Bemerkenswert war ihre eifrige Teilnahme am Stundengebet der Nonnen, an den hl. Messen und an den Anbetungszeiten vor dem Allerheiligsten. Dabei begnügte sie sich nicht mit einer täglichen Heiligen Messe! „Nach der Frühmesse um 7 Uhr besuchte Ihre Majestät auch noch die zwei darauf folgenden Messen, erzählen die Schwestern, erst dann ging sie frühstücken“.

Ein Kloster macht eine solche Frömmigkeitspraxis zwar einfach, aber die Dienerin Gottes hatte auch an jedem Wohnort im Exil Hauskapellen einrichten lassen, wie dies Fotos und Berichte aus Madeira, dem baskischen Lekeitio, dem flämischen Steenokkerzeel oder Québec bezeugen. Der Abbé Parent war vom Familienleben in der Villa St. Joseph bei Québec tief beeindruckt. Alle Kinder nahmen am Sonntag Nachmittag an der sakramentalen Andacht teil, erst dann ging man aus.

 

 

Nur in Zeiten beschränkter Beweglichkeit hat sie dieses asketische Leben gelockert, in dem sie z. B. die hl. Messe im Radio Vatican oder bei großen Ereignissen im Fernsehen verfolgte. Papstworte waren sofort in ihrem Herzen eingeprägt. Protokollarisch ließ sie selbst dem einfachsten Priester immer den Vorrang. Selbstverständlich war der Pfarrer immer zum sonntäglichen Mittagmahl eingeladen.