Prinzessin von Bourbon-Parma (1892-1910)

    

                   

       Zita erblickt am 9. Mai 1892 das Licht der Welt. Sie ist die Tochter des letzten regierenden Herzogs von Parma, Robert, der 1860 von allen Herrschaftstiteln (Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla) im Zuge der italienischen Einheit - die ersten Dämonen des Nationalismus! - zurücktreten mußte.

       Zita ist ein Kind Roberts aus der zweiten Ehe mit der Infantin Maria Antonia von Portugal aus dem Hause Braganza. Robert hatte aus beiden Ehen insgesamt 24 Kinder, geboren zwischen 1870 und 1905. Davon kamen 6 Kinder behindert zur Welt, die man aber im Hause Parma, im Gegensatz zu vielen Familien und Fürstenhäusern dieser Zeit, nicht versteckte. Sie gehörten einfach dazu, ohne Wenn und Aber. Die Offenheit und diese Liebe gab dem Familienleben in Parma eine eigene Prägung. Zita ist zwar als „Italienerin“ geboren, allerdings eher aus Zufall, denn ihre Familie wohnte das halbe Jahr im österreichischen Schloß Schwarzau bei Wiener Neustadt, 70 km südlich von Wien. Die sechs weiteren Monate verbrachte sie in der Villa delle Pianore, bei Lucca in der Toskana. Dieser Zufall bezahlte die Familie teuer, als im Ersten Weltkrieg Deutsche und auch manche Untertane der späteren Kaiserin eine Zuneigung zu den italienischen Feinden unterstellten.

              

        Die Erziehung dieser zahlreichen Kinderschar war fröhlich und fromm zugleich. Zita hatte zunächst Erzieher zuhause. Sie wurde ab 1903 in die Internatsschule der Visitandinnen nach Zangberg in Bayern geschickt, dann 1909 einige Monate nach England zu den Benediktinerinnen von St. Caecilia von Solesmes, die sich auf der Insel Wight im Exil befanden (Ryde).